Drache 360°

Alebrije 3

Alebrije 3

Alebrije 3

Drache Holz 360°

Alebrije 6

Alebrije 6

Alebrije 6

Drache 2 360°

Alebrije 5

Alebrije 5

Lagartija

Alebrije 8

Alebrije 7

Catrina 8

Catrina 8

Catrina 8

Catrina 6

Alebrijes

Als Alebrijes kennt man in der mexikanischen Volkskunst phantastische, furchterregende Tiergestalten, die bizarr-bunt und mit einer filigranen Ornamentik verziert werden. Sie gelten als Vertreiber böser Geister und als Traumhüter. Mitte des 20. Jahrhunderts in Mexiko-Stadt entstanden, sind sie vermutlich das Ergebnis einer urbanen Adaption indigener Kunst. Die Erfindung dieses Genres wird dem virtuosen Kunsthandwerker Pedro Linares zugeschrieben. Aus seiner Werkstatt stammen jene prächtigen Exemplare, die alebrijes in aller Welt berühmt machten. Der Familienbetrieb der Linares fertigte mit einer wegen ihrer Qualität unverwechselbaren Papiermaché-Technik auch piñatas, Karneval-Masken und die monumentalen Teufel-Figuren zur traditionellen Judas-Verbrennung vor Ostersonntag an. Auch die mit ähnlichen Motiven verzierten und in einfacher Form geschnitzten Holzfiguren aus Oaxaca sind als alebrijes bekannt. Heute haben sich zahlreiche mexikanische Künstler dieser Gattung als Teil eines dort in besonderer Weise zelebrierten Dialogs zwischen europäisch-moderner und ethnischer Kunst verschrieben. Jeder Künstler gestaltet somit seine alebrijes in einem sehr persönlichen Stil jenseits üblicher Traditionen. So auch Adriana Bustamante, deren alebrijes sich nicht nur durch eine sehr detaillierte und individuelle Stilisierung auszeichnen, sondern auch durch ihrer hohe handwerkliche Qualität. In dieser Hinsicht stehen ihre Werke ganz in der Tradition der Linares’. 
Einen ähnlichen Ursprung – zugleich höchst traditionell und höchst modern – weist die mittlerweile aus der mexikanischen Populärkultur nicht mehr wegzudenkende Catrina auf. Vieles wurde schon gesagt und geschrieben über den bizarren und vieldeutigen Umgang mit dem Tode in der mexikanischen Folklore, der zuweilen tragisch, komisch, spöttisch, ludisch, daneben aber auch melancholisch und sogar mystisch zu sein vermag. Tief verwurzelt in prähispanischen Kulturen findet sich diese Bedeutungsvielfalt auch in der Gestalt der Catrina wieder. Populär machte sie der geniale mexikanische Zeichner und Grafiker José Guadalupe Posada (1854-1913), in dessen Werk sie immer wieder in Erscheinung trat, vor allem in Posadas weltbekannten Stichen und Radierungen. Dieser wusste die surreale Gestalt nahtlos mit einem für seine Zeit typischen sozialkritischen Realismus zu verbinden: Die Catrina wirft einen satirischen Blick auf das eigenen Traditionen entfremdete mexikanische Großbürgertum, das damals insbesondere französischen Moden nacheiferte. In Diego Riveras weltberühmtem Gemälde “Sueño de una tarde dominical en la Alameda Central" (Traum eines sonntäglichen Nachmittags im Alameda-Park) (1947) ist Posada neben der Catrina abgebildet.